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MicroSD Card – Worauf beim Kauf achten

MicroSD Speicherkarten sind inzwischen teils sehr günstig geworden. Doch nicht jede SD-Card hält auch was sie verspricht. Sind die oft gewaltigen Preisunterschiede gerechtfertigt? Ist teuer immer besser? Welche Bezeichnungen sind wirklich aussagekräftig? Worauf genau beim Kauf von microSD-Cards geachtet werden sollte zeige ich in folgendem Beitrag.

MicroSD-Cards im Alltag

MicroSD-Cards, ursprünglich von der Firma SanDisk entwickelt, sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. In Kameras, Smartphones, Tablets, Raspberrys, MP3-Player, Netbooks und etlichen weiteren Produkten werden sie eingesetzt, oder sind gar fest verbaut. Die Anforderungen an die kleinen Speicherkarten sind je nach Einsatzgebiet sehr unterschiedlich. Es muss nicht überall die schnellste SD sein, doch es gibt auch Anwendungsfälle wo zu langsame SD-Cards erst gar nicht funktionieren, oder halt ausbremsen. Doch wie erkennt man gute und schnelle Speicherkarten?

Bezeichnungen auf den MicroSD Karten

Speicherkapazität

Die erste Bezeichnung welcher man Beachtung schenkt ist mit Sicherheit die Speicherkapazität. Diese gliedert sich wie folgt je Karten-Typ:

microSD8 MB bis 2 GB
microSDHC4 GB bis 32 GB
microSDXC64 GB bis 2 TB (theoretisch)

Hinweis

Bevor man microSDXC Cards kauft, sollte man sicherstellen, dass das entsprechende Gerät damit auch umgehen kann. Es gibt noch immer etliche Geräte welche die “eXtended Capacity”-Karten überhaupt nicht erkennen oder eventuell nur begrenzt Speicherplatz verarbeiten können. Die Hersteller-Angaben geben da Aufschluss.

Geschwindigkeit

Inzwischen gibt es mehrere Werte welche über die Geschwindigkeit einer microSD-Karte Aufschluss geben sollen. Die älteste Bezeichnung ist die die “Speed Class”. Dabei handelt es sich um die Zahl welche innerhalb eines “C” abgebildet ist. Damit wird auch oft noch geworben, doch ist dieser Wert scheinbar nicht mehr ausreichend. Daher wurden weitere Bezeichnungen eingeführt.
microSD Speed Classes

Minimale sequentielle SchreibgeschwindigkeitSpeed Class “C”UHS Speed Class “U”Video Speed Class “V”App performance rating “A”Leistung
90 MB/sV908K Video
60 MB/sV604K Video
30 MB/sU3V30Full HD
10 MB/sC10U1V10A1Apps
6 MB/sC6V6
4 MB/sC4
2 MB/sC2

Was alle Bezeichnungen gemeinsam haben, ist die Abbildung der minimalen sequenziellen Schreibgeschwindigkeit. Dennoch reichte eine Bezeichnung offenbar nicht aus.

Nun wird ja immer nur die sequentielle schreibgeschwindigkeit genannt. Vielleicht weil diese naturgemäss höher ist als der “wahlfreie Zugriff”? Der Vorteil der hohen Geschwindigkeit beim sequentiellen lesen oder schreiben, kommt jedoch nur bei grossen Dateien zum tragen, etwa Videosaufnahmen. Wo App-Daten oder gar ganze Betriebssysteme darauf installiert werden sollen hilft uns das wenig. Hier ist die Geschwindigkeit beim wahlfreiem Zugriff gefragt. Diese Geschwindigkeit verhält sich jedoch nicht proportional zur sequentiellen Geschwindigkeit. Ergo sind alle Bezeichnungen nur wenig Hilfreich, ausser es geht um SD Karten für Video-Cams.

UHS-II Bus-Speed

microsd-uhs

Erst mit UHS-II wird eine deutliche Abgrenzung gemacht. Die microSD’s haben eine weitere Reihe Pins und der Bus eine deutlich höhere Geschwindigkeit mit 312 MB/s gegenüber UHS-I mit maximal 104 MB/s. Das sind jedoch nur die Geschwindigkeiten vom Bus. Die Karte selbst muss dies auch erst noch leisten können.

App Performance Rating A

Dies ist die neuste Bezeichnung auf microSD Cards. Sie wird mit dem Buchstaben “A” abgebildet. Damit soll dem Käufer gezeigt werden dass diese Speicherkarte besonders für Apps geeignet ist. Somit in Smartphones und Tablets eingesetzt werden können.

Welche microSD soll ich nun kaufen?

Entweder man lässt sich beraten, doch in welcher Verkaufsstelle sind die Verkäufer schon ausreichend geschult, oder man vergleicht die einzelnen Hersteller-Angaben selbst.

Man sollte aber auch beachten, dass ausser der SD-Card und dem Bus noch weitere Hardware- und Software-Seitige Gegebenheiten eine Rolle spielen. Daher ist es denkbar, dass die neueste und schnellste Karte gar nie voll ausgeschöpft werden kann, je nach dem wo sie eingelegt wird.

Wer eine microSD Card für den Raspberry Pi sucht, dem empfehle ich die Transcend Extreme-Speed SDHC 16GB mit bis zu 30MB/s. Es gibt durchaus microSDs welche nicht funktionieren mit dem Raspi.

Fazit

Namen wie SanDisk oder Samsung stehen bestimmt für Qualität. Aber auch ein etwas älteres Modell erfüllt sicherlich noch seinen Zweck. Ob da ein V30 darauf steht oder nur ein C10 muss nichts heissen. Auch billigere Marken können gut sein – die Karte muss lediglich den Anforderungen der Verwendung entsprechen.

Tipp

Vorsicht bei SD-Cards aus China. Da werden zB. auf Aliexpress reihenweise fake-Cards, sogenannte upgraded microSD’s angeboten. Wenn sie als upgradet angeboten wird, ist man selber schuld wenn man kauft. Wird dies nicht genannt ist es Betrug und man bekommt das Geld von Aliexpress erstattet. Diese Speicherkarten zeigen sich als zB. 64 GB Speicher im System, haben physisch jedoch nur zB. 8 GB. Alles was ausserhalb dieser 8 GB hingeschrieben wird, läuft ins leere. Die Daten sind verloren. Ein Test mit einem Tool wie H2testw gibt Gewissheit.


Veröffentlicht inTestberichte

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