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PC-Netzteil als Gleichstromquelle nutzen

Um mit elektronischen Komponenten zu experimentieren benötigt man immer eine Gleichstromquelle. Arduinos sind nicht sehr anspruchsvoll, es lassen sich verschiedene Spannungen nutzen. Doch andere Elemente benötigen eine bestimmte Volt-Zahl. Meist 12V, 5V oder seltener 3.3 Volt. Dazu kommt noch der Wert der Ampere welcher die Leistungsaufnahme aller Komponenten abdecken muss. Labor-Netztgeräte mit höheren Ampere-Zahlen sind sehr teuer. Warum also nicht einfach ein altes PC-Netzteil verwenden?

Auch ein sehr altes PC-Netzteil leistet bestimmt über 200 Watt. Somit steht genügend Leistung zur Verfügung um mit Arduinos, Sensoren, Schalter, Lichter und sogar Motoren zu arbeiten. Nun muss das ausgediente PC-Netzteil nur noch zu einer geeigneten Gleichstromquelle umgebaut werden.

Die wichtigsten Schritte:

  1. Drähte mit der gewünschten Spannung finden
  2. Grüner Draht (PS-ON) mit GND verbinden
  3. Restliche Drähte ablöten oder zurückschneiden und gut isolieren
  4. Gewünschte Stecker anschliessen
  5. Eventuell Last auf 5V und 3.3 Volt erzeugen um volle Leistung zu haben

Vorsicht Netzspannung ist Lebensgefährlich! Sobald das Gehäuse des PC-Netzteils geöffnet werden soll, muss das Anschlusskabel aus der Steckdose gezogen werden. Unbedingt einige Minuten abwarten. Die Kondensatoren im Inneren werden noch eine Weile Strom gespeichert haben. Nach vorsichtigem Öffnen kann mit einem Multimeter zur Sicherheit noch auf Rest-Spannung geprüft werden.

PC-Netzteil zur Gleichstromquelle umbauen

PC-Netzteil als Gleichstromquelle

Erstmal sollten alle Drähte entfernt werden, welche nicht mehr gebraucht werden. Die gelben Leitungen führen 12v, die roten 5 Volt und die orangen 3.3 Volt. Ein Draht von jeder Farbe dürfte ausreichen für die Gleichstromquelle. Dazu werden noch zwei schwarze Leitungen benötigt, sowie der grüne Draht. Wie viele Drähte effektiv gebraucht werden hängt vom Draht-Querschnitt und der Leistung ab. Doch meist sollte einer der verbauten Leiter pro Spannung ausreichend sein.

Berechnet wird ansonsten wie folgt:

Querschnitt = Ampere * (zweimal Kabellänge in Meter) * 0.018 / Maximaler Spannungsverlust

Beispiel: Das Netzteil liefert 15 Ampere, die Kabellänge beträgt 0.3 Meter und der maximale Spannungsverlust darf 0.5 Volt betragen. Damit ergibt das folgende Rechnung: 15 * 0.6 * 0.018 / 0.5 Dies ergibt einen mindest erforderlichen Querschnitt von ≈ 0.32 mm2.  Verbaut sind bestimmt 0.5 mm2, somit ausreichend.

Sämtliche Drähte die nicht gebraucht werden können nun entfernt werden. Dazu ist die sauberste Lösung bestimmt das Ablöten auf der Platine. Allerdings erfordert dies auch etwas Geschick und es muss mit Vorsicht gemacht werden. Denn durch eine ungewollt fabrizierte Leitungsbrücke kann es später knallen. Die einfachere und bestimmt auch schnellere Variante ist das Abschneiden der Kabel. Zumal dies auch ausserhalb des Gehäuses gemacht werden kann. Dabei sollten die verschiedenen Farben in unterschiedlicher Länge abgeschnitten werden. Ein Zentimeter Unterschied reicht aus. Anschliessend alle einzelnen Drähte mit Isolierband gut abkleben und zum Schluss den Ganzen Strang umwickeln.

Anschluss-Möglichkeiten an der Gleichstromquelle

Schlussendlich sollen Verbraucher angeschlossen werden können. Daher werden noch Anschluss-Möglichkeiten benötigt. Die Drähte dürfen nicht einfach lose umherfliegen. Praktisch sind bestimmt Anschlussklemmen oder Stecker, doch auch die Spannung auf ein Steckbrett zu übertragen, kann sehr hilfreich sein. Eine selbst gelötete Platine ist eine feine Lösung. Wer nicht Löten mag, kann auch einfach kleine Leuchterklemmen verwenden.

Die Platine der Gleichstromquelle

Im folgenden Beispiel wurde für jede Spannung eine Anschlussklemme sowie einen 4-Pin-Header für das Steckbrett angelötet. Die Platine, hier eine Lochrasterplatine, passt genau auf ein kleines Steckbrett. Somit kann der Strom anschliessend ebenfalls bequem vom Steckbrett bezogen werden.

Zu beachten

Wichtig ist die Verbindung des grünen Drahtes mit einem Schwarzen. Nur so wird das Netzteil überhaupt funktionieren. Ausserdem sind sich PC-Netzteile gewohnt unter Last zu stehen. Eventuell muss auf 3.3 sowie auf 5 Volt erst eine Last erzeugt werden, um an 12 Volt die volle Leistung beziehen zu können. Dazu kann einfach ein Lüfter, ein LED-Streifen, ein entsprechender Lastwiderstand oder was auch immer angeschlossen werden. Zwei mal 5 Watt sollten ausreichen.

 

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